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ALTENPFLEGE 2019

Investitionsbarometer 2019
Mehr Geld für Technik

Nürnberg / Hannover - Die Unternehmen der Pflegewirtschaft sind auch im laufenden Jahr bereit, kräftig zu investieren. Das ist eines der Ergebnisse des Investitionsbarometers Altenpflege 2019. Der Mangel an Fachkräften und die Digitalisierung bleiben weiterhin große Herausforderungen für die Branche.

Die Stimmung scheint gut zu sein in der Pflegebranche, jedenfalls wenn es um die wirtschaftlichen Perspektiven der Unternehmen geht. Dies ist zusammengefasst eines der Ergebnisse des Investitionsbarometers Altenpflege 2019, das die Marktforscher von Cogitaris Ende vergangenen Jahres im Auftrag von Vincentz Network durch die Befragung von über 200 Geschäftsführern und Leitern von Unternehmen der Pflegewirtschaft ermittelt haben. Insgesamt 55 Prozent der befragten Unternehmen bezeichneten in dieser Studie nämlich ihre gegenwärtige Geschäftslage als gut. Das ist ein Plus von im Durchschnitt vier Prozentpunkten gegenüber der Erhebung des Vorjahres.

Besonders zufrieden zeigten sich die Vertreter ambulanter Dienste (plus sechs Prozentpunkte) und die Betreiber größerer Einrichtungen mit mehr als 200 Bewohnern (plus acht). Die stationäre Pflege ist in der Beurteilung zwar etwas zurückhaltender als der Durchschnitt. Dennoch bewerten immerhin 48 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut.

Obwohl sich die Befragten mit der Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr insgesamt zufrieden zeigten, waren sie im Hinblick auf ihre Investitionsbereitschaft etwas zurückhaltender als in den Vorjahren. Trotz der besseren Lage wurden 2018 von weniger Unternehmen umfangreiche Investitionen getätigt als im Vorjahr (37 Prozent statt 48 Prozent). Die meisten (54 Prozent) gaben an, nur dringend notwendige Ausgaben getätigt zu haben.

Investitionsbereitschaft steigt

Die gute Nachricht: Der Ausblick auf die Investitionsbereitschaft fällt im laufenden Jahr deutlich positiver aus. 87 Prozent der Betriebe wollen 2019 mehr oder wenigstens genau so viel investieren wie in den vergangenen zwölf Monaten (81 Prozent). Nur neun Prozent wollen weniger Geld ausgeben (Vorjahr 16 Prozent). Besonders wichtig ist dabei einmal mehr der Bereich IT und Technik. 93 Prozent der Befragten wollen hier investieren, drei Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr. Auch Ausgaben für Räumlichkeiten und Haustechnik (83 Prozent, plus sieben) sowie den Fuhrpark (68 Prozent, plus sieben) stehen oben auf der Liste.

Auffällig dabei ist jedoch, dass in diesem Jahr zwar mehr Unternehmen Geld in den Bereich IT und Technik stecken wollen. Die geplanten Summen sind nach Auskunft der Befragten jedoch im Schnitt niedriger als in der Vergangenheit. So haben nur 17 Prozent ein Budget von mehr als 20.000 Euro für 2019 in diesem Bereich geplant (Vorjahr 33 Prozent). Die meisten (60 Prozent) kalkulieren für IT und Technik geringere Ausgaben ein.

Dessen ungeachtet bleibt die Digitalisierung für die meisten Geschäftsführer ein wichtiges Thema, das aktuell 87 Prozent Unternehmen beschäftigt. Im Detail: Laut Umfrage arbeiten 42 Prozent der Befragten daran, einzelne Prozesse im Unternehmen zu digitalisieren. 35 Prozent der Befragten planen zumindest eine ganz oder teilweise Digitalisierung von Prozessen in ihren Unternehmen. Immerhin zehn Prozent sind sogar dabei, alle Prozesse im Unternehmen zu überarbeiten.

Im Mittelpunkt der Investitionen im Bereich Digitalisierung steht die Förderung der Digitalkompetenz der Mitarbeiter (65 Prozent). Auch die Veränderung von Arbeitsabläufen ist für die Unternehmen von großer Bedeutung (61 Prozent). Neue Produkte oder Dienstleistungen als Folge der Digitalisierung erwarten hingegen die wenigsten der Befragten (zehn Prozent). Das ist umso überraschender, als immerhin 40 Prozent der Befragten erwarten, dass mit der fortschreitenden Digitalisierung auch neue Teilnehmer aus der Internet- bzw. IT- Branche auf den Markt der Altenhilfe drängen könnten.

Die schwierige Suche nach Fachkräften bleibt neben der Digitalisierung die größte Herausforderung für die Branche. Das Investitionsbarometer zeigt in diesem Punkt ein Plus von fünf Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Aktuell sehen 93 Prozent der Befragten in der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern die größte Herausforderung für die Branche (Grafik unten). Vor allem die Anbieter ambulanter Dienste haben die Sicherung von Fachkräften noch einmal deutlich höher priorisiert als in der Studie des Vorjahres (plus acht Prozentpunkte).

Aufgeschlossen stehen die Befragten hingegen dem Thema Neue Wohnformen gegenüber. Ein Drittel aller Unternehmen sehen demnach im Service Wohnen einen stark wachsenden Markt. Besonders größere Anbieter mit mehr als 200 Kunden (40 Prozent) sowie die Anbieter ambulanter Dienste (39 Prozent) erkennen die Möglichkeiten dieser Entwicklung.

Service Wohnen als Chance

Dabei nehmen sich gerade die befragten Branchenteilnehmer aus dem stationären Bereich bei der Entwicklung neuer Angebote im Bereiche Service Wohnen selbst in die Pflicht. 54 Prozent von Ihnen sind der Meinung, dass die Impulse hier vor allem von ihnen selbst ausgehen sollten und weniger von der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Die Stationären sehen sich hier auch deutlich stärker als Treiber der Entwicklung, als ihre Kollegen aus dem ambulanten Sektor. Dort finden 43 Prozent der Befragten, dass die Impulse von der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft ausgehen sollten. Nur 27 Prozent sehen ihre stationären Kollegen in der Pflicht.

Vor dem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass bei den geplanten Investitionen für den Aufbau neuer Angebote das Betreute Wohnen (39 Prozent) und die Tagespflege (48 Prozent) ganz vorn liegen. Bei Investitionen in die stationäre Pflege hingegen ist der Markt zurückhaltender geworden. Waren es im vergangenen Jahr noch 48 Prozent der Unternehmen, die in die stationäre Pflege investieren wollten, sagen dieses Jahr nur noch 35 Prozent, dass dieser Sektor für sie interessant ist.

Daten und Fakten:

Investitionsbarometer Altenpflege 2019

  • Zielgruppe: Heimleiter und Geschäftsführer
  • Stichprobe: 219 Befragte
  • Online-Befragung: Cogitaris GmbH
  • Absender: Vincentz Network

Methode:

  • Analyse der Investitionsbereitschaft in 2019 der Altenpflege in Deutschland
  • Differenzierung nach 7 wichtigen Investitionsfeldern
  • Vergleich zur Investitionsbereitschaft in 2018
  • Zielgruppe: Heimleiter und Geschäftsführer
  • Stichprobe: 219 Befragte

Split:

  • 169 Pflegeanbieter mit bis zu 200 Kunden bzw. Bewohnern
  • 43 Pflegeanbieter mit über 200 Kunden bzw. Bewohnern
  • 108 Pflegeanbieter aus dem stationären Sektor
  • 122 Pflegeanbieter aus dem ambulanten Sektor

Hintergrund:

Die ALTENPFLEGE ist die Leitmesse der Altenpflege-Branche in Deutschland und findet dieses Jahr vom 2. bis 4. April in Nürnberg statt.

Die Messe ist der zentrale Event der Branche und ein bundesweiter Besuchermagnet für ausgesuchtes wie breites Fachpublikum. Sie ist die wichtigste Leistungsschau aller Dienstleistungen & Produkte, die die Träger der Altenpflege in Deutschland für die Erbringung ihrer Aufgabe benötigen. Das Spektrum der Messethemen reicht von Verpflegung, Räumlichkeiten und Haustechnik über IT und Management bis hin zu Fuhrpark & E-Mobilität.

Trotz oder gerade wegen der wirtschaftlich häufig problematischen Situation der Träger ist die Investitionsbereitschaft ungebrochen. Die Einrichtungen und Dienste müssen ihre Substanz erhalten und ausbauen bzw. sich neuen Marktfeldern zuwenden, um zukunftsfähig zu bleiben.

Für potenzielle Aussteller ist die Information über die Investitionsbereitschaft ihrer Zielgruppen essentiell. Sie entscheidet über das Engagement der Anbieter auf der Messe.